05 April 2008

Schein und sein und letztendlich die verführung

Reich bebilderte kochbücher sind ein traum der kulinarik und werden nach fleißigem nachkochen und vergleichen des eben geschaffenen mit der vorhandenen abbildung schnell zum küchenalbtraum.

Sind wir einfach zu doof?

Nein, ein grossteil der so schön dargestellten gerichte ist nicht genießbar und oft wäre beim genuss eine ordentliche vergiftung wahrscheinlich.
Hier sind kreative leute am werk die meist wenig ahnung vom kochen, dafür aber ein begnadetes händchen haben produkte so darzustellen das dem betrachter das wasser im munde zusammenläuft.

Schnell wird aus kartoffelpüree, etwas farbe und ein paar fruchtstückchen ein gar wunderbares fruchteis. Holzleim statt milch, auf dem die frühstücksflocken für das auge appetitlich drapiert werden ohne gefahr in der flüssigkeit abzusaufen. Wehe dem der sich mit dem löffel in der hand ans probieren macht.
Hat jemand braune schuhcrem zu hause, her damit und ein nacktes rohes huhn bestrichen, eventuell kurz mit dem bunsenbrenner drüber und schon kann ein knusprig gebratenes hendl bestaunt werden.
Glyzerin mit gleichem teil wasser gemischt mithilfe eines sprays auf flaschen, dosen oder gemüse aufgetragen erzeugt eine optische frische wie gerade aus dem kühlschrank genommen.















Hier sieht man
die behandlung mit
dem glyzerin-wassergemisch
sehr gut




Nichts anderes ist von den abbildungen auf den verpackungen verschiedener fertig- oder halbfertigprodukte zu erwarten. Selten decken sich schein und sein.
Die thematik serviervorschlag wurde von molekularkueche schon tiefgründig behandelt und vorgestellt.

Das projekt werbung gegen realität von samuel mueller macht dieses in seinen bildern nur allzudeutlich.
Ich denke mal es war ein riesen aufwand die ganzen produkte zu fotografieren und danach, wenn noch appetit vorhanden, zu verspeisen.
Die folgenden fotos sind nur ein kleiner teil aus diesem projekt.
Die restlichen finden sich auf pundo3000.com---







Aber eigentlich bekommen wir nur das was wir wollen. Eine verführung zum kauf, zum genuss, zum selbst mal wieder was kochen.

Und verführt werden hat doch auch was.

1 Kommentar:

kulinaria katastrophalia hat gesagt…

Die haben in ihrer Büronähe wahrscheinlich keine guten Essensordermöglichkieten, so dass gerne auf die geschönte Kost zurückgegriffen wird ;-)